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Hecken

Hecke vor einer Turnhalle

Das Wort Hecke stammt ursprünglich von dem althochdeutschen Wort „hegga“ = hegen, einhegen. Im Laufe der Zeit wurde daraus die Silbe „Heck“ abgeleitet. Sie bedeutet „beschützen“ oder „behüten“ und beschreibt zugleich die Abgrenzung eines Ortes.

Hecken sind Nahrungsbiotope für Insekten, Vögel und Säugetiere. Sie dienen als Neststandort genauso wie als Singwarte, Schlafplatz und Überwinterungsquartier sowie als schützendes Spalier auf dem Weg in die Nahrungsgründe. Hecken und Heckensträucher geben den in ihr lebenden Tieren Deckung, Schutz vor Witterung und Feinden. Sie sind Lebensraum für Lebewesen wie z.B. Laufkäfer, Erdkröte, Grasfrosch, Spitzmaus, Igel, Hermelin, Mauswiesel, Steinmarder, Kaninchen oder sogar den Fuchs. Hecken als Linienbiotope haben neben der Lebensraumfunktion auch eine Biotopverbundfunktion. Sie dienen Tieren als „Verbindungsweg“ von zwei oder mehr Biotopen und Zugvögeln als Orientierungshilfe auf ihren Wanderungen. Aber nicht nur Tiere profitieren von der schützenden Funktion einer Hecke. Neben der Eigenschaft Wind abzuhalten, wird die Bodenerosion verringert und in den heißen Monaten des Jahres auch Schatten gespendet. Dies zeigt, wie wichtig heute die Existenz von Hecken ist. Ihr Fortbestand und Erhalt leistet einen großen Beitrag zur heimischen Biodiversität.

Hecken wirken sich auch positiv auf die Artenvielfalt im Umfeld aus. So verbreiten die sich in der Hecke aufhaltenden Vögel oder Kleinsäugerdie verschiedenen Samen durch ihren Kot . Hecken führen aber auch in Abhängigkeit von ihrer Gestaltung zu einer ästhetischen Bereicherung der Umwelt, und haben damit zugleich einen bedeutsamen Erholungswert für den Menschen. So wirken sie insbesondere bezüglich ihres Farb- und Formenreichtums positiv auf den Menschen.

So wird’s gemacht

Rainfarn und Kleiner Perlmuttfalter in der Saumzone

Rainfarn und Kleiner Perlmuttfalter in der Saumzone Bild: Lienhard Schulz, Wikipedia

Um Hecken zu pflanzen oder bestehende aber monotone Hecken weiterzuentwickeln, wird ein Pflanzplan empfohlen. Darin wird festgelegt, welche Gehölze und wie viele davon auf dem zur Verfügung stehenden Platz gepflanzt werden können. Man geht dabei von ihrem maximalen Kronenumfang aus, den sie aus der Vogelperspektive haben. Von der Kernzone ausgehend werden zuerst die größten in der Kernzone eingezeichnet und dann – in der Größe absteigend – die kleineren Gehölze der Mantel- und Saumzone. Bei der Heckenplanung ist gegebenenfalls ein Abstand zu benachbarten Privatgrundstücken zu wahren oder bei Nähe zu öffentlichem Straßenland die Verkehrsicherungspflicht zu beachten.

Auswahl der Pflanzen

Heimische Gehölze wie z.B. Weiden-, Weißdorn-, Schlehen-, Wildrosenarten oder Haselnuss sind nichtheimischen Arten vorzuziehen. Nichtheimische Arten bieten zwar Nistmöglichkeiten aber kaum Nahrung für Tiere. Gut geeignet sind Rosen- und Dornengewächse. Diese bieten zusätzlichen Schutz vor Fressfeinden (z.B. Katzen, Marder). Aber auch Flieder, Gemeiner Liguster, Rotbuche, Gewöhnlicher Schneeball, Korb-Weide und Gemeiner Wacholder sind bei den Vögeln beliebt. Die Hecken können auch mit Bäumen oder Obststräuchern ergänzt werden. Möchte man möglichst viele verschiedene Arten anlocken, sollten Ebereschen gepflanzt werden. Über 60 verschiedene Vogelarten nutzen diese zum Nisten oder als Nahrungsquelle. Zu beobachten sind hier Drosseln, Gimpel, Grünspecht, Kleiber, Sperling, Dohle, Eichelhäher, Kleiber, Grünfink, Mönchsgrasmücke und Rotkehlchen, um nur einige zu nennen.

Wenn möglich, sollte einer Hecke und den darin wachsenden Gehölzen viel Platz eingeräumt werden. Je niedriger oder schmaler eine Hecke und je stärker sie geschnitten ist, desto artenärmer wird sie.

Viele Heckenpflanzen können sehr preisgünstig aus Ablegern oder Stecklingen gewonnen werden. Dazu zählen: Weidenarten, Weißdorn, Schlehe, Haselnuss, Wildrosenarten, Wildbirne (Holzbirne), Wildapfel (Holzapfel)

Benjes- oder Totholzhecken

Benjeshecke am Feldrand

Benjeshecke Bild: Kamel15, Wikipedia

Die Benjes-oder Totholzhecke ist eine Variation, die sich nach dem Aufschichten von Strauchschnitt selbst zu einer grünen Hecke entwickelt. Doch muss, wenn man den Urtyp einer Benjeshecke anlegt, unter Umständen sehr lange gewartet werden, bis daraus auf natürliche Weise eine Hecke entsteht. Daher werden heute hauptsächlich vereinfachte Varianten angewendet, bei denen man der Natur etwas auf die Sprünge hilft. Dazu werden entweder Samen heimischer Sträucher in den Boden unter die Holz-Aufschichtung gesät oder Stecklinge bzw. Jungpflanzen hineingesetzt, so dass sie vor Wildfraß sicher geschützt sind.

Vorteil der Benjeshecke ist sind der Schutz der heranwachsenden Pflanzen durch den verwendeten Strauchschnitt, die preisgünstigen Herstellungskosten (Schnittholz = „Abfall“), und dass das Saatgut auf natürliche Weise durch den Windflug und Samen aus dem Kot rastender Vögel eingebracht wird. Bei diesen beiden Arten bietet das locker gelagerte Totholz einen unmittelbaren Lebensraum für zahlreiche Vogelarten (v. a. Heckenbrüter), Kleinsäuger und Insekten.

Und so wird’s gemacht:

Zwischen zwei parallelen Reihen von Pfählen werden dicke und dünne Äste als Hecke aufgeschichtet (Pfahlabstand in der Reihe: ca. 1 bis 2 m).

– Baumstümpfe, Laub, Holz oder auch Rasenschnitt können mit verarbeitet werden.

– Heckenbreite: mind. 50 cm bis 1 m, Heckenhöhe: ca. 1,00 bis 1,50 m

Man kann den Pflanzenbewuchs, z.B. durch das Anpflanzen von Kletterpflanzen wie Clematis, Waldrebe, Hopfen und Knöterich beschleunigen oder aber man wartet, bis sich diese und weitere Pflanzen, wie z.B. Zaunrübe oder Zaunwinde, durch Vogelkot verfrachtet, selbst ansiedeln.

TIPP: Bei Baumschulen oder Grünflächenämtern nach Strauschschnitt fragen, meistens bekommt man diesen kostenlos.

Es muss darauf geachtet werden, dass die abgeschnittenen Äste mal locker, mal fest gestapelt werden, so dass sich Hohlräume für die verschiedenen Ansprüche der Tiere bilden. Damit es am Anfang nicht so trostlos aussieht, können einjährige Kletterpflanzen wie Bohnen, Winden oder Kapuzinerkresse ausgesät werden. Nach einiger Zeit werden sich dann durch die im Vogelkot befindlichen Samen Heckenpflanzen ansiedeln.

 

  Deutscher Name Botanischer Name Max. Größe in m Bemerkung
Heckensaum

Kratzbeere

Bild: TeunSpaans

Kratzbeere Rubus caesius 0,2 auch Bereifte Brombeere

Bild: Marek-Silarski

Heidelbeere Vaccinium myrtillus 0,3 Zwergstrauch

Bild: Leo Michels

Buchsbaum Buxus sempervirens 0,75 Immergrün, giftig

Bild: Daniel78

Scheinquitte Chaenomelis japonica 1  Dekorative Blüten und Früchte

Felsenbirnenblüten

Bild: Atamari

Felsenbirne Amelanchier ovalis 1-3 Früchte essbar

Bild: J.F. Gaffart

Gewöhnliche Berberitze Berberis vulgaris 1-2 m auch Sauerdorn, Beerenschmuck

Bild: RICOH1

Bocksdorn Lycium barbarum 2-3 m Nachtschattengewächs
Mantelzone

Bild: Sten-Porse

Feuerdorn Pyracantha 2-3 Immergrün, bis 4m

Bild: Aiwok

Bibernell-Rose Rosa spinosissima 1 Flachkugelige, dunkle Hagebutten

Bild: Sten-Porse

Rote Heckenberberitze Berberis thunbergii 1,5 Sehr dornig

Bild: Walter J. Pilsak-Waldsassen

Stachelbeere Ribes uva-crispa 1,5 Essbare Früchte

Bild: Kurt-Stüber

Liebesperlenstrauch Callicarpa bodinieri 2 auch Schönfrucht

Bild: Kristian-Peters

Gewöhnliche Heckenkirsche Lonicera xylosteum 2 Dunkelrote, erbsengr. Früchte
Schwarze Johannisbeere Ribes nigrum 2 Essbare Früchte

Bild: Jerzy Opioła

Rote Johannisbeere Ribes rubrum 2 Essbare Früchte

Bild: Sven-Teschke

Echte Brombeere Rubus fruticosus 2 benötigt eine Kletterhilfe

Bild: ArtMechanic

Gewöhnliche Schneebeere Symphoricarpos albus 2 Weiße Beeren

Bild: H.Zell

Hunds- oder Heckenrose Rosa canina 3 häufigste Wildrose in Mitteleuropa

Bild: Henryhartley

Wein-Rose Rosa rubiginosa 3 auch Apfel-Rose, Zaun-Rose

Bild: Rosser1954

Wildbirne Pyrus pyraster 4 Auch Holzbirne genannt

Bild: Tigerente

Wolliger Schneeball Viburnum lantana 4 Schwarze, längl. Beeren

Bild: Kalina Koralowa

Gewöhnlicher Schneeball Viburnum opulus 4 Leuchtend rote Früchte bis in den Winter

Bild: Aiwok

Pfaffenhütchen/Gewöhnlicher Spindelstrauch Euonymus europaeus 5 Giftpflanze

Bild: Svdmolen

Sanddorn Hippophaë rhamnoides 5 auch Rote Schlehe, Sandbeere, Fasanenbeere

Bild: Mussklprozz

Gemeiner Liguster Ligustrum vulgare 5 die Sorte ‚Atrovirens‘ ist immergrün

Bild: Kurt-Stüber

Schlehe Prunus spinosa 5 auch Schwarzdorn, Schlehdorn

Bild: MPF

Haselnuss/Gemeine Hasel Corylus avellana 3-6 Haselnüsse essbar

Bild: Frank-Vincentz

Kreuzdorn Rhamnus cathartica 6 und weitere Kreuzdorn-Arten

Bild: Sten-Porse

Korb-Weide Salix viminalis 6 Goldgelbe, bis 5 cm lange Kätzchen

Bild: Wouter-Hagens

Kornelkirsche Cornus mas 7 auch Hartriegel

Bild: EugeneZelenko

Eingriffeliger Weißdorn Crataegus monogyna 7 weißblühend

Bild: kku

Schwarzer Holunder Sambucus nigra 7 schnellwachsend

Bild: CTHOE

Roter Holunder Sambucus racemosa 7
Kernzone

Bild: Willow

Sal-Weide Salix caprea 8 speziell für Wildbienen von Bedeutung, schnellwachsend

Bild: Sten-Porse

Wildapfel/Holzapfel schnell Malus sylvestris 10 wachsend

Bild: Frank-Vincentz

Eibe Taxus baccata 10 Immergrün, giftig

Bild: Nikanos

Gemeiner Wacholder Juniperus communis 12 immergrün

Bild: Rosenzweig

Feld-Ahorn Acer campestre 15 schnellwachsend

Bild: Willow

Hainbuche Carpinus betulus 15 Schnellwachsend,

Bild: Aiwok

Gewöhnliche Traubenkirsche Prunus padus 15

Bild: Julie-Anne-Workman

Echte Mehlbeere Sorbus aria 15 Kugelige, orange Früchte, essbar

 

 

 

Interessante Links:

http://www.naturgarten.org/presse/pflanzen_gaerten/straeucher_und-hecken/

www.nabu.de/ratgeber/hecken.pdf

http://www.igv-hirrlingen.de/vogelschutzgehoelze.html

Bezugsquellen für heimische Gehölze:

http://www.nabu.de/oekologischleben/balkonundgarten/gartenelemente/00592.html

 

Eine ökologisch sehr wertvolle und schnell angelegte Hecke ist die Wallhecke: Wallhecken sind ursprünglich künstlich errichtete Erd- oder Steinwälle. Durch die Bepflanzung der Zwischenräume werden Lebensräume geschaffen.

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